Übersicht
Der Fushimi Inari-Taisha ist der Hauptschrein der Inari-Schreine und befindet sich am westlichen Fuß des Berges Inari. Das Hauptgebäude wurde im Jahr 1499 wiederaufgebaut und ist als wichtiges Kulturgut ausgewiesen. Der Gonden ist ein 1635 im Gokensha Nagare-zukuri-Stil errichteter Ausweichschrein, der den Hauptschrein verkleinert nachbildet. 1589 wurde das Turmtor wiederaufgebaut. Anlass dafür waren die Gebete für die Genesung von Omandokoro, der Mutter Toyotomi Hideyoshis, der im 16. Jahrhundert Japan vereinte. Gut erhalten sind auch die äußere Gebetshalle, in der während des Inari-Festes tragbare Schreine (Mikoshi) aufgereiht werden, der in drei Räume gegliederte Okumiya, sowie der Byakkosha, in dem die weißen Füchse als Götterboten der hohen Gottheit Inari verehrt werden. Als Zeugnisse der frühneuzeitlichen Blütezeit des Inari-Glaubens haben diese Schreingebäude einen besonderen Wert.
Vorstellung der Kulturgüter
Hauptgebäude (Honden)
Das Hauptgebäude ist ein heiliges Gebäude, dem die hohe Gottheit Inari innewohnt. Das ganze Jahr über finden hier Feste und Gebete statt. Der zinnoberrote Hauptschrein im Nagare-zukuri-Stil am hinteren Ende der inneren Gebetshalle wurde im Jahr 1499 errichtet. Mit seiner über 500-jährigen Geschichte wurde er als wichtiges Kulturgut Japans anerkannt.
Hier werden fünf Götter verehrt: Ukanomitama no Okami, Satahiko no Okami, Omiyanome no Okami, Tanaka no Okami, Shi no Okami. Gemeinsam werden diese fünf als Inari Okami bezeichnet. Der vordere Karahafu-Giebel und die Kaerumata (dekorative Elemente zwischen Säulen und Balken) sind mit prächtigen Schnitzereien von Blumen und weißen Füchsen verziert.
Turmtor (Romon)
Das Turmtor ist das Haupttor des Fushimi Inari-Taisha und ist als wichtiges Kulturgut anerkannt. Es scheint, dass der Bau bereits um das Jahr 1500 existierte; der Überlieferung zufolge stiftete allerdings der Reichseiniger Toyotomi Hideyoshi das heutige zweigeschossige Turmtor im Irimoya-zukuri-Stil mit dem Dach aus Zypressenrinde. Es wurde als Dank für die Genesung von Hideyoshis Mutter Omandokoro errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch das Bittgebet: „Bitte verlängert das Leben meiner Mutter um drei Jahre; und wenn das nicht möglich ist, um zwei Jahre; und wenn auch dies nicht möglich ist, so doch wenigstens um dreißig Tage. Sollte sich dies erfüllen, dann werde ich 10.000 Koku* spenden.“ Dieses Gebet wurde in schriftlicher Form im Schrein hinterlassen. Die Statuen vorne an beiden Seiten des Tors werden "Zuishin" genannt und beschützen die Inari Okami. Das Turmtor ist zudem das älteste und größte seiner Art unter den Schreinen in der Stadt Kyoto.
*Ein "Koku" entspricht etwa 150 Kilogramm. Im feudalen Japan war dies eine Standardmaßeinheit für Reis und entsprach etwa der Menge, die eine Person in einem Jahr konsumierte. 10.000 Koku standen für einen enormen Reichtum.
Äußere Gebetshalle (Gehaiden)
Geht man durch das Turmtor, fällt einem zunächst die äußere Gebetshalle im Irimoya-zukuri-Stil mit einem Dach aus Zypressenrinde ins Auge. Sie ist als wichtiges Kulturgut Japans anerkannt. Die charakteristischen zinnoberroten Säulen und weißen Wände schaffen eine sakrale Atmosphäre. Hier werden nicht nur Feste und rituelle Darbietungen durchgeführt, sondern es werden auch Opfergaben aus dem ganzen Land ausgestellt.
